Die Bucht von Santa Ponsa mit ankernden Booten, rechts die Bebauung am Ufer
Calvià · Südwesten

Santa Ponsa

Einer der wenigen Orte Mallorcas, der als Ferienort geplant wurde statt über Jahrhunderte zu wachsen. Das sieht man ihm an — und für einen Teil der Käufer ist genau das der Vorteil.

Miquel Rosselló Calafell · Pexels-Lizenz

Gemeinde Calvià
Einwohner 52.458
Ausländeranteil 32 %

Quelle: INE, Padrón Continuo · 2026-08-04

Santa Ponsa liegt im Südwesten Mallorcas, Gemeinde Calvià, rund zwanzig Kilometer von Palma und knapp dreißig vom Flughafen. Der Ort ist seit den sechziger Jahren als Feriengebiet entstanden.

Der einzige Ferienort mit einem Datum

Am 10. September 1229 landete Jaume I. mit seiner Flotte an dieser Küste und begann von hier aus die Eroberung Mallorcas. Geplant war die Landung eigentlich in der Bucht von Pollença; ein starker Mistral zwang die Flotte nach Süden. An der Sa Caleta steht seit 1929 die Creu del Desembarc, das Kreuz der Landung, errichtet zum siebenhundertsten Jahrestag.

Das ist keine Randnotiz für Touristen. Es ist der Grund, warum ein Ort, der ansonsten fast vollständig aus dem 20. Jahrhundert stammt, einen historischen Bezugspunkt hat, den kein anderer Ferienort der Insel vorweisen kann.

Die Lagen im Ort

Wer hier kauft, entscheidet zwischen mehreren Urbanisationen, die zusammengewachsen sind, aber verschiedene Charaktere haben.

Santa Ponsa selbst, um die Bucht und den Strand herum, ist der Kern mit der dichtesten Infrastruktur: Geschäfte, Restaurants, Promenade, ganzjährig geöffnet.

Nova Santa Ponsa liegt zwischen Santa Ponsa und El Toro und fasst die neueren Urbanisationen rund um die Golfplätze zusammen. Größere Grundstücke, jüngerer Bestand, weniger Betrieb, mehr Auto.

Costa de la Calma schließt nach Westen an — die »Küste der Ruhe«, und der Name beschreibt den Unterschied zum Ortskern ganz gut.

El Toro liegt südlich, oberhalb von Port Adriano. Die Marina wurde von Philippe Starck gestaltet und ist der Bezugspunkt dieses Teils der Küste, so wie es im Ortskern der Strand ist.

Was den Ort ausmacht

Das Straßennetz ist weit, die Grundstücke sind es meist auch, und die Infrastruktur ist auf Saisonbetrieb ausgelegt. Wer einen gewachsenen mallorquinischen Ortskern sucht, ist in Santa Ponsa falsch — den gibt es hier nicht, und es hat ihn nie gegeben.

Wer dagegen Golfplätze, zwei Marinas, internationale Schulen und eine Fahrzeit von zwanzig Minuten nach Palma sucht, findet diese Kombination in Calvià dichter als irgendwo sonst auf der Insel. Das ist die eigentliche Eigenschaft des Ortes: Er ist gut erschlossen, und er ist nah an allem.

Was die Zahlen über den Ort sagen

Die Gemeinde Calvià hatte 2022 52.458 gemeldete Einwohner, 52.451 waren es 2011. In elf Jahren ist sie damit praktisch unverändert geblieben.

Die zweite Reihe ist die interessantere. Die gemeldete ausländische Bevölkerung lag 2011 bei 19.233 Personen und liegt heute mit 16.950 rund 12 Prozent darunter. Das ist die Spur der Finanzkrise, und sie ist in Calvià bis heute nicht ausgeglichen.

Beide Reihen stammen aus dem Padrón Continuo des spanischen Statistikamts und erfassen ausschließlich Menschen mit Wohnsitzmeldung. Zweitwohnsitze tauchen darin nicht auf — und genau die sind der überwiegende Teil dessen, was auf Mallorca gekauft wird. Die Zahlen beschreiben den Ort, nicht den Markt. Wer sie als Nachfrageindikator liest, liest sie falsch.

Bemerkenswert ist die Größe: Calvià ist mit Abstand die einwohnerstärkste der Gemeinden, die wir für diese Seiten geprüft haben — mehr als viermal so groß wie Capdepera oder Andratx. Und mit knapp einem Drittel hat sie den höchsten Ausländeranteil von allen. Santa Ponsa ist kein mallorquinischer Ort mit internationalen Zweitwohnsitzen. Es ist ein internationaler Ort auf Mallorca.

Was das für einen Käufer heißt

Die Nähe zu Palma ist der harte Vorteil und schlägt sich in allem nieder: in der Erreichbarkeit vom Flughafen, in der ganzjährigen Versorgung, in der Frage, ob man ein Auto braucht.

Der Preis dafür ist Dichte. Im Südwesten ist mehr gebaut worden als an der Ost- oder Nordküste, und es wird dort weiter gebaut, wo an anderen Küstenabschnitten der Naturschutz längst einen Deckel gesetzt hat. Wer Blick und Ruhe langfristig gesichert haben will, muss in Calvià genauer prüfen, was neben und vor dem Grundstück noch entstehen kann.

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