Ein Ort, der aussieht wie Ibiza, weil ihn ein Ibizenker gebaut hat. Weiße Fassaden, flache Dächer, nichts höher als die Pinien — das ist keine Stilentscheidung von heute, sondern eine Bauvorgabe von 1932.
Quelle: INE, Padrón Continuo · 2026-08-04
Cala d’Or gehört zur Gemeinde Santanyí und liegt an der Südostküste Mallorcas. Der Ort verteilt sich über mehrere kleine Buchten, die zusammen seinen Namen tragen.
1932 kam der ibizenkische Künstler und Architekt Josep Costa Ferrer, genannt Picarol, an diese Küste und beschloss, hier eine Siedlung nach dem Vorbild der weißen Dörfer Ibizas zu bauen. Er benannte die Bucht von Cala d’Hort in Cala d’Or um, gewann zwölf Mitgründer — und legte Bauregeln fest, die bis heute das Ortsbild bestimmen: niedrige Bauweise, weiße Fassaden, flache Dächer, und nichts, was höher ist als die Pinien.
Das ist der eigentliche Unterschied zu den übrigen Ferienorten der Ostküste. Cala d’Or hat ein einheitliches Ortsbild, weil ihm jemand vor über neunzig Jahren eines gegeben hat. Kein anderer Ort dieser Größenordnung auf Mallorca hat diese Geschichte.
Die Buchten sind zugleich die Ortsteile, und sie unterscheiden sich im Alltag deutlich.
Cala Gran liegt zentral und hat den größten Strand des Ortes — entsprechend belebt, entsprechend kurze Wege.
Cala Esmeralda ist eine kleine Bucht, deren Pinien fast bis ans Wasser reichen. Das Grün des Wassers hat ihr den Namen gegeben.
Cala Ferrera ist die Familienbucht: heller Sand, flacher Einstieg, Rettungsschwimmer in der Saison.
Cala Serena liegt weiter östlich und ist die ruhigste der vier. Zusammen mit Cala Ferrera ist sie der Bereich, in dem am ehesten ganzjährig gewohnt wird statt nur im Sommer.
Cala Egos und der alte Ortskern rund um Es Fortí bilden den Teil, in dem der Ort am wenigsten nach Feriensiedlung aussieht.
Der Hafen liegt in der Cala Llonga, der größten Bucht, mit 563 Liegeplätzen auf rund 30.000 Quadratmetern. Er ist einer der größeren Yachthäfen der Ostküste und ein Grund, warum Cala d’Or auch außerhalb der Sommermonate belebt ist.
Die Gemeinde Santanyí hatte 2022 12.321 gemeldete Einwohner, 13.095 waren es 2011. In elf Jahren ist sie damit um 6 Prozent geschrumpft.
Die zweite Reihe ist die interessantere. Die gemeldete ausländische Bevölkerung lag 2011 bei 4.697 Personen und liegt heute mit 3.380 rund 28 Prozent darunter. Das ist die Spur der Finanzkrise, und sie ist in Santanyí bis heute nicht ausgeglichen.
Beide Reihen stammen aus dem Padrón Continuo des spanischen Statistikamts und erfassen ausschließlich Menschen mit Wohnsitzmeldung. Zweitwohnsitze tauchen darin nicht auf — und genau die sind der überwiegende Teil dessen, was auf Mallorca gekauft wird. Die Zahlen beschreiben den Ort, nicht den Markt. Wer sie als Nachfrageindikator liest, liest sie falsch.
Die Bauvorgabe von 1932 hat zwei Folgen, und beide sind für einen Käufer relevant.
Die eine: Das Ortsbild ist stabil. Was hier steht, wird nicht überbaut oder überragt — die niedrige Bauweise prägt den Bestand seit neunzig Jahren.
Die andere: Umbauten sind nicht frei. Wer eine Immobilie in Cala d’Or kauft und Fassade, Dachform oder Höhe verändern will, sollte vor dem Kauf klären, was die geltende Ortsgestaltungssatzung der Gemeinde Santanyí zulässt — nicht danach. Bei einem Objekt mit Renovierungsbedarf ist das der teuerste Punkt, den man übersehen kann.
Neue ETV-Lizenzen werden auf Mallorca derzeit nicht erteilt. Entscheidend ist deshalb nicht der Ort, sondern ob das einzelne Objekt eine bestehende Lizenz mitbringt. Bei jedem unserer Objekte steht das in den Eckdaten.
Ratgeber zur FerienvermietungslizenzEin Kauf auf Mallorca dauert selten Wochen. Hinterlegen Sie, wonach Sie suchen — wir melden uns, wenn etwas Passendes dazukommt, und nicht öfter.
Einwohnerzahlen amtlich vom INE. Einschätzungen zum Markt sind unsere eigenen und keine Statistik.