Knapp zwei Kilometer Sandstrand am Stück, mit einer Promenade davor. Cala Millor ist die Stelle, an der die sonst felsige Ostküste flach wird — und der einzige Ort auf dieser Seite, der über eine Gemeindegrenze hinweg gewachsen ist.
Quelle: INE, Padrón Continuo · 2026-08-04
Cala Millor liegt an der Ostküste Mallorcas und hat eine Eigenheit, die man ihm nicht ansieht: Der Ort verteilt sich auf zwei Gemeinden. Der nördliche Teil gehört zu Son Servera, der südliche zu Sant Llorenç des Cardassar. Die Grenze verläuft mitten durch den bebauten Bereich.
Für einen Käufer ist das kein Detail. Bauvorschriften, kommunale Abgaben und die Zuständigkeit für Genehmigungen hängen daran, auf welcher Seite der Linie ein Objekt liegt. Die Zahlen weiter unten beziehen sich auf Son Servera.
Der durchgehende Sandstrand ist das Merkmal. Anders als an den Felsküsten weiter nördlich und südlich fällt hier alles flach ab, und die Promenade zieht sich über die ganze Länge. Das macht den Ort familientauglich, gut begehbar — und im Sommer entsprechend belebt.
Cala Millor ist damit das Gegenteil des Buchtenprinzips, das die Ostküste sonst prägt. Wo Cala d’Or oder Cala Ratjada aus mehreren kleinen, voneinander getrennten Einschnitten bestehen, ist hier alles eine Linie.
Cala Millor steht nicht für sich, sondern ist der größte Punkt einer Kette von Küstenorten, die ineinander übergehen. Wer hier sucht, sollte sie alle kennen.
Cala Bona liegt zwei Kilometer nördlich und war ursprünglich der Fischerhafen des Gebiets. Kleiner, ruhiger, mit einem Hafenbecken statt einer Strandpromenade.
Costa dels Pins liegt weiter nördlich auf der Landzunge zum Cap des Pinar und ist der ruhigste und weitläufigste Teil dieser Küste — Villen im Pinienwald statt Wohnanlagen am Strand, dazu ein Golfplatz.
Sa Coma und s’Illot schließen nach Süden an, bereits in der Gemeinde Sant Llorenç.
Zu Son Servera gehören außerdem die kleineren Hafenlagen Port Verd, Port Nou und Port Vell. Der eigentliche Gemeindeort Son Servera liegt einige Kilometer landeinwärts — ein gewachsenes mallorquinisches Dorf, das mit dem Küstenbetrieb wenig zu tun hat.
Die Gemeinde Son Servera hatte 2022 11.752 gemeldete Einwohner, 12.195 waren es 2011. In elf Jahren ist sie damit um 4 Prozent geschrumpft.
Die zweite Reihe ist die interessantere. Die gemeldete ausländische Bevölkerung lag 2011 bei 3.365 Personen und liegt heute mit 2.074 rund 38 Prozent darunter. Das ist die Spur der Finanzkrise, und sie ist in Son Servera bis heute nicht ausgeglichen.
Beide Reihen stammen aus dem Padrón Continuo des spanischen Statistikamts und erfassen ausschließlich Menschen mit Wohnsitzmeldung. Zweitwohnsitze tauchen darin nicht auf — und genau die sind der überwiegende Teil dessen, was auf Mallorca gekauft wird. Die Zahlen beschreiben den Ort, nicht den Markt. Wer sie als Nachfrageindikator liest, liest sie falsch.
Der Rückgang bei der gemeldeten ausländischen Bevölkerung ist der stärkste aller Gemeinden, die wir für diese Seiten geprüft haben. Was das über den heutigen Markt aussagt, ist begrenzt — die Reihe erfasst Wohnsitzmeldungen, keine Zweitwohnsitze. Was sie zeigt, ist, wie hart die Ostküste ab 2008 getroffen wurde.
Die Gemeindegrenze mitten durch den Ort ist der Punkt, der hier am häufigsten übersehen wird. Zwei Objekte, die dreihundert Meter auseinanderliegen, können unterschiedlichen Bauvorschriften und unterschiedlichen kommunalen Abgaben unterliegen. Das gehört vor den Notartermin geklärt, nicht danach.
Der zweite Punkt ist die Saison. Cala Millor lebt vom Strandtourismus stärker als die Buchtenorte weiter nördlich. Wer prüfen will, ob ein Ort ganzjährig funktioniert, sollte ihn im Februar besuchen, nicht im Juli.
Neue ETV-Lizenzen werden auf Mallorca derzeit nicht erteilt. Entscheidend ist deshalb nicht der Ort, sondern ob das einzelne Objekt eine bestehende Lizenz mitbringt. Bei jedem unserer Objekte steht das in den Eckdaten.
Ratgeber zur FerienvermietungslizenzEin Kauf auf Mallorca dauert selten Wochen. Hinterlegen Sie, wonach Sie suchen — wir melden uns, wenn etwas Passendes dazukommt, und nicht öfter.
Einwohnerzahlen amtlich vom INE. Einschätzungen zum Markt sind unsere eigenen und keine Statistik.